Der Treffpunkt wirkt unscheinbar: eine hölzerne Wandertafel am Forsthaushotel im Fürther Stadtwald. Jogger ziehen vorbei, Spaziergänger schnüren ihre Schuhe – und eine kleine Gruppe sammelt sich, die mehr sucht als Bewegung. Sie ist gekommen, um Wild Church zu feiern. Was hier geschieht, hat mit klassischen Gottesdiensten nur noch wenig gemeinsam – und gerade darin liegt die Anziehungskraft. 

Der Wald wird zum Gottesdienstraum

Denn viele der Teilnehmenden eint eine leise, aber spürbare Sehnsucht nach Ruhe und nach Sinn. In einer Zeit, in der der Alltag oft von Tempo, digitalen Reizen und permanenten Anforderungen geprägt ist, wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis, wieder unmittelbarer zu erleben – sich selbst, die Welt und vielleicht auch Gott. Der Wald wird dabei für manche zu einem Gegenraum: entschleunigt, offen, unverstellt. 

Für Pfarrerin Christiane Lehner ist genau das ein zentraler Zugang. "Die Stille, das Knistern in den Bäumen, das Vogelzwitschern, das Licht, das durch die Blätter fällt. Ich spüre im Wald, dass Gott da ist", sagt sie. Ihr eigener Glaube hat sich über Jahre hinweg erweitert – weg von festen Formen hin zu einer Spiritualität, die auch das Ungeplante und Sinnliche zulässt. 

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