Regensburg (epd). Angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit setzen die Bayerischen Staatsforsten beim Waldbrandschutz auf langfristige Vorsorge. Entscheidend sei nicht allein die Temperatur, sondern vor allem die Dauer von Trockenphasen, die Zahl der Hitzetage und die durch den Menschen verursachten Zündquellen, teilten die Staatsforsten am Montag mit. Waldbrandschutz beginne deshalb mit dem Umbau der Wälder und einer angepassten Bewirtschaftung.

Auch auf Flächen der Staatsforsten habe es in den vergangenen Wochen mehrere Waldbrände gegeben. Diese seien im Vergleich zu den verheerenden Bränden in Teilen Südeuropas jedoch weitgehend glimpflich verlaufen und meist schnell unter Kontrolle gebracht worden, sagte Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes. Besonders auffällig sei das Jahr 2026 wegen langer und intensiver Hitzeperioden sowie geringer Niederschlagsmengen.

Klimaanpassung ist zugleich Waldbrandschutz

Mischwälder können nach Einschätzung der Staatsforsten die Waldbrandgefahr verringern. Laubbäume speicherten während der Vegetationszeit viel Feuchtigkeit. Unterschiedliche Baumarten, Altersstufen und Bestandsschichten sorgten zudem für ein kühleres und feuchteres Waldinnenklima und könnten die Ausbreitung von Feuer erschweren.

Seit mehr als 40 Jahren würden anfällige Reinbestände in Bayern schrittweise zu strukturreichen Mischwäldern umgebaut, erklärten die Staatsforsten, 7.500 Hektar waren es demnach im vergangenen Jahr. Zudem wurden etwa 5,8 Millionen junge Bäume gepflanzt, überwiegend heimische Laubbäume.

Humusreiche Böden und Feuchtbiotope

Auch der Wasserrückhalt spiele eine wichtige Rolle. Humusreiche Böden speicherten Wasser, zusätzlich würden Feuchtbiotope und Waldtümpel angelegt. Im vergangenen Jahr entstanden demnach rund 600 solcher Lebensräume.

Den wichtigsten Einflussfaktor sehen die Staatsforsten jedoch beim Menschen. Die meisten Waldbrände seien auf menschliches Verhalten zurückzuführen, durch weggeworfene Zigaretten, unerlaubte Feuer, technische Defekte und Fahrlässigkeit.